Alles was du wissen musst: Iran


Reisedauer & Route: 26 Tage, Täbris – Ardabil – Bandar Anzali – Qazvin – Kaschan – Isfahan – Teheran – Schahrood – Maschhad – Sarakhs

 

Einreisebestimmungen: Visumpflicht! Kosten bei Einreise mit dem Motorrad rund 100 € pro Visum. Keinen Alkohol und selbstverständlich keine Drogen mitführen. Vorsicht bei morphinhaltigen Medikamenten wie Codein! Bei eigenem Fahrzeug muss eine iranische Kfz-Versicherung abgeschlossen werden für ein Jahr, egal wie lange man reist. Kosten: 100 Dollar!

 

Einreiseprozedur: Absolut stressfrei. Unsere Koffer wurden nicht durchsucht, wir mussten ein paar Dokumente ausfüllen, die iranische Versicherung abschließen und wurden durch den gesamten Prozess von einem englischsprachigen Iraner geleitet. Solche Helfer fragen am Ende dann nach einem Trinkgeld. Lohnt sich und ist angebracht, da sie sich etwa ein bis zwei Stunden für dich reinhängen!

 

Preisniveau: Günstig. Hotelzimmer kosten in etwa so viel wie Hotelzimmer in Europa. Rechne etwa 35 € für ein Doppelzimmer ein. Hostels sind deutlich günstiger mit knapp 7 € im Schnitt pro Person. Das Essen ist deutlich günstiger als in Europa mit knapp 5 € pro Gericht im Restaurant. Für Budgetreisende sind 20 € am Tag zum Überleben drin. Komfortabel über die Runden kommst du mit 45 € am Tag.

 

Infrastruktur & Verkehr: Die Hauptstraßen sind sehr gut ausgebaut, Nebenstraßen meist auch gut oder annehmbar. Der Verkehr ist über Land recht überschaubar und ruhig, in Städten absolut chaotisch und in Teheran wahnsinnig.

 

Gesundheit: Perenterol mitführen und einnehmen, um Nahrungsmittelvergiftungen und Durchfall vorzubeugen. Medikamente für akuten Durchfall mitnehmen, z.B. Loperamid, WHO-Lösungen zum Elektrolyte auffüllen. Ibuprofen gegen Fieberanteile. Vorsicht vor Sonne und Hitze!

 

Essen: Tja die iranische Küche. Die Hälfte fanden wir sehr, sehr lecker und die andere Hilfe sehr gewöhnungsbedürftig. Immerhin findet man hier gute Sachen, wenn man ein bisschen rumprobiert!

 

Sicherheit: Obwohl wir an unserem letzten Tag verhaftet und verhört wurden (hier nachzulesen), ist der Iran doch das Land, in dem wir uns bisher bei weitem am sichersten gefühlt haben. Hältst du dich hier an die (strengen) islamischen Regeln im öffentlichen Leben, kannst du dir nahezu 100 Prozent sicher sein, dass dich niemand bestiehlt, überfällt, vergewaltigt oder sonst wie fertigmacht. Die Polizei ist überaus freundlich und hilfsbereit und von der oft beschworenen Korruption haben wir nichts gesehen.

 

Land und Leute: Wir waren fast vier Wochen im Iran und sind selbst erstaunt: wir haben nur eine einzige Person getroffen, die wir nicht überaus freundlich fanden und das war ein Tankwart, der nicht gelächelt hat. Das war‘s aber auch schon. Ansonsten sind die Iraner die gastfreundlichsten, höflichsten, angenehmsten und entspanntesten Menschen, die wir auf unserer Weltreise bisher kennenlernen durften. Auch wenn das öffentliche Leben sehr langweilig ist, da laut dem herrschsüchtigen Herrn mit Turban alles „haram“ („Sünde“) ist, was Spaß macht – darunter tanzen, singen, Musik, trinken, lachen – sieht das hinter verschlossenen Türen doch anders aus. Sogar Alkohol gibt es hier in fast jedem Privathaushalt, auch wenn wir darauf gut verzichten könnten. Die Iraner selbst sind zuhause sehr liberal, weltoffen, überraschend wenig religiös oder sehr moderat. Hier haben wir darüber hinaus einige Freunde fürs Leben gefunden und würden jederzeit wieder kommen, auch wenn es Elli zurecht etwas nervt, bei 40 Grad im Schatten lange Kleidung und ein Kopftuch tragen zu müssen J! Die Landschaft ist tropisch grün und feucht im Norden ums Kaspische Meer, bergig-gemäßigt im Nordwesten und Wüste ab Teheran abwärts. Dort wird es dann etwas langweilig mit der Zeit. Die Städte sind aber teilweise herausragend schön bei toller islamischer Architektur!

 

Das musst du sehen: Tabris mit seinem Schah-Palast im Stadtreservoir, Ardabil mit seinen 5000er Bergen – ein Paradies für Bergsteiger und Wanderer, Isfahan, Shiraz und Yazd aufgrund der uralten persischen Architektur, Schahrood mit seiner wie an der Schnur gezogenen Grenze zwischen dichten Wald und Wüste und Maschhad mit seinen alten Moscheen und Statuen.

 

 

Fazit: Die Perser sind die freundlichsten und insgesamt tollsten Menschen, denen wir begegnet sind. So viel Willkommenskultur und Freundlichkeit gegenüber Fremden ist beispiellos auf unserer bisherigen Reise. Außerdem sind die Iraner recht sauber im Vergleich zu vielen anderen Ländern und laden uns häufig direkt von der Straße zu sich nachhause ein. Die Gastfreundschaft, die uns dann begegnet sucht seinesgleichen. Die religiösen Regeln des Regimes nerven jedoch im öffentlichen Leben! Trotzdem: volle Reiseempfehlung und bitte, bitte, glaubt nicht den Medien oder Menschen, die noch nie dort waren, wenn sie sagen es sei gefährlich im Iran. Es ist im Gegenteil deutlich sicherer als einige europäische Städte – wenn du dich an die Regeln hältst, was du als Gast immer tun solltest!

 

9/10 Reisepunkten!



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