Welche Impfungen für eine Weltreise?

Gestern am 08.02.2016 war es endlich so weit und unser Impfmarathon hat begonnen. Eigentlich hat er das schon eine Woche zuvor mit einer Tetanus-Auffrischung, aber seit gestern hatten wir die gesamte Liste vorliegen und mit unserem Hausarzt besprochen, der sich wirklich viel Mühe gemacht hat und uns eine halbe Stunde erklärt hat welche Impfungen in welchen Ländern empfohlen werden und was er persönlich empfehlen würde. "Da habt ihr aber ganz schön was vor euch. Einige davon sind auch nicht gerade angenehm. Die Zeit ist auch ganz schön knapp bis Ende Mai. Aber das schaffen wir schon, wenn wir heute direkt anfangen." 

Vorsichtig ausgedrückt könnte man sagen, dass sowohl in Ellis, als auch in meinen Augen Nadeln in eine Nähkiste gehören und nicht in den Körper - dementsprechend reserviert war Ellis Gesichtsausdruck, weil es sie auch direkt als erste treffen sollte. Beispiel gefällig?

Glücklicherweise war sie so sehr damit beschäftigt sich auszumalen, wie sie in wenigen Momenten an einem Fleischerhaken aufgehängt und unter Qualen verbluten würde, dass sie gar nicht protestiert hat, als ich mein Handy gezückt habe, um ein paar Schnappschüsse für euch zu machen :-).

Die freundliche junge Dame, die uns das demnächst öfter antun würde gab sich allerdings größte Mühe - genau wie die Sprechstundenhilfen, die sogar fieberhaft nach einem Lolli gesucht haben, die normalerweise für die kleineren, tapferen Praxis-Indianer reserviert sind. Und so war es am Ende dann auch alles "halb so schlimm" - was es ja auch eigentlich ist.

Für diejenigen von euch, die ähnliches planen wie wir, haben wir euch die für uns nun anstehende Liste zum Abarbeiten im Folgenden einmal aufgelistet:

  1. Tetanus
  2. Diphtherie
  3. Poliomyelitis 
  4. Pertussis
  5. Cholera 2x 
  6. Gelbfieber (Tropeninstitut)
  7. Malaria (Stand-By)
  8. FSME 3x
  9. Typhus
  10. Denguefieber (Tropeninstitut)
  11. Japanische Encephalitis 2x (Tropeninstitut)
  12. Meningokokken
  13. Hepatitis A + B 3x
  14. Tollwut 3x

*Unsere Krankenkasse (Techniker) übernimmt alle unsere Impfungen, nachdem wir angefragt haben. Toll oder?

 

Da viele der Impfstoffe mehrfach gespritzt werden müssen, in jeweils langen Abständen, ist es bei eher kurzer Zeit bis zum Reisestart wichtig, dass ihr mit eurem Arzt über kürzere Impfabstände sprecht. Das ist in den meisten Fällen möglich und ändert lediglich etwas an dem Zeitpunkt des einsetzenden Impfschutzes und/oder an der Länge der Schutzwirkung. Das müsst ihr also im Zweifel so kalkulieren, dass der Impfschutz noch zu eurer Reisezeit passt.

Einige Impfungen sind nicht über den Hausarzt machbar, sei es wegen möglichen Nebenwirkungen, oder fehlenden Erfahrungen in der Hausarztpraxis. Gelbfieber z.B. darf nur von einem dafür zugelassenen Arzt geimpft werden. Darum hat uns unser Herr Doktor ans Tropeninstitut nach Hamburg verwiesen, bei dem wir Extratermine machen wollten. In manchen Fällen ist es auch möglich, die Impfungen beim Gesundheitsamt zu bekommen. Wir haben nach kurzem "Googlen" herausgefunden, dass wir eine Gelbfieberimpfstelle in Hameln haben und zwar bei Dr. Dietrich, einem - aufgepasst - Reisemediziner. Jackpot. Wir hatten uns schon wöchentlich nach Hannover pendeln sehen.

Es stellte sich heraus, dass die Praxis von Dr. Dietrich in gleich mehrfacher Hinsicht genau die richtige für uns war. Nicht nur ist er ein sehr umgänglicher, geduldiger und entspannter Arzt, den man gerne besucht (welcher Doc kann das schon von sich behaupten), nein auch sein Praxisteam ist so nett und lustig, wie man es selten erlebt. Große Klasse! Da haben wir uns gleich dazu entschlossen, alle Impfungen dort machen zu lassen. Informiert euch also am besten über einen Reisemediziner bzw. eine Gelbfieberimpfstelle, die ganze Impferei ist dann gar keine so große Chose wie man vielleicht denkt.

Wichtig ist aber: Einige der Impfungen (besonders Gelbfieber) können recht unangenehm sein und zu z.T. schweren Nebenwirkungen führen. Also nur machen, wenn ihr so wie wir mit dem Motorrad durch alle möglichen Gegenden (in diesem Fall Südostasiens) fahren möchtet und auch näheren Kontakt zu Tieren und Einheimischen nicht ausschließen könnt oder möchtet. Zu beachten bzgl. der Malariaimpfung: Die Prophylaxe kann, was die Nebenwirkungen angeht, denen einer Chemotherapie gleichkommen. Es ist also anzuraten, genau mit eurem Arzt zu sprechen, ob ihr nicht lieber die Stand-By Tabletten mitnehmt und sie nur im Bedarfsfall, wenn Malaria aufgetreten ist, einwerft. Haarausfall und Erbrechen ist ja als reine Vorsorgeerscheinung nicht besonders wünschenswert...

 

(15.05.2016) Ergebnis nach allen Impfungen: keinerlei Impfreaktionen, obwohl wir weiterhin jeden Tag Sport getrieben haben (inklusive Halbmarathon, einen Tag nach der Choleraimpfung) und teilweise, wie in Ellis Fall, drei Impfungen pro Tag bekommen haben. Bei Gelbfieber haben wir uns allerdings an die 48h-keinen-Sport-Regel gehalten.



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